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Aspekt Gier

whispering seductive female voice, melancholic sad dark soul swing, saxophon, lo-fi, synth, electronic

Dorn·4:44

Lyrics

1. Strophe

Ein kalter Wunsch erwacht im Menschen leis,

er misst, was lebt, nach Nutzen ein,

aus jedem Du wird stummer Kreis,

aus jedem Wir ein enges Mein.

2. Strophe

Begehren trägt den Samt so fein,

es streift die Dächer dieser Stadt,

aus Zuspruch formt es rasch ein Nein,

sobald Besitz gesprochen hat.

Refrain

Wer alles rafft, verliert den Gang,

das Herz verlernt den klaren Sinn,

aus voller Hand wird enger Zwang,

und Reichtum stürzt nach außen hin.

3. Strophe

Der Hunger lächelt höflich, wach und rein,

er bittet erst, dann gibt er nicht,

er nimmt den Raum für sich allein,

und nennt Verlust sein Gleichgewicht.

4. Strophe

Ein Mund begehrt, die Hand bleibt kalt,

kein Dank verweilt an seinem Ort,

was gestern noch als Krone galt,

liegt morgen schon verdorben dort.

Refrain

Wer alles rafft, verliert den Gang,

das Herz verlernt den klaren Sinn,

aus voller Hand wird enger Zwang,

und Reichtum stürzt nach außen hin.

5. Strophe

Der Drang ersinnt den neuen Durst,

nach Einfluss, Nähe, hellem Schein,

er nährt den Mangel wie die Furcht,

und lädt den Zweifel höflich ein.

6. Strophe

Doch Gier trägt nicht nur Münzgewand,

sie greift nach Macht, Applaus und Schritt,

sie setzt ihr Zeichen in den Stand,

und nimmt den fremden Willen mit.

Refrain

Wer alles rafft, verliert den Gang,

das Herz verlernt den klaren Sinn,

aus voller Hand wird enger Zwang,

und Reichtum stürzt nach außen hin.

7. Strophe

Nach Lob verlangt ihr heller Schrein,

sie duldet keinen zweiten Rang,

sie leert den Becher Ruhm allein,

und nennt die Leere Tatendrang.

8. Strophe

Das Recht wird ihr zum starren Spiel,

sie schließt die fremde Stimme ein,

sie krönt den Sieg zum höchsten Ziel,

und lässt kein andres Urteil sein.

Refrain

Wer alles rafft, verliert den Gang,

das Herz verlernt den klaren Sinn,

aus voller Hand wird enger Zwang,

und Reichtum stürzt nach außen hin

9. Strophe

Sie nimmt die Nähe in Beschlag,

verlangt Vertrauen stets als Pfand,

aus warmer Treue wird Vertrag,

und führt Verbundenheit am Band.

10. Strophe

Wenn Glanz und Griff zu Asche fort,

zieht Ruhe in die Räume ein,

die Würde wächst an stillem Ort,

wo Geben sagt: Genug ist mein.

Schluss-Refrain

Wenn alles Nehmen eng und leer,

kehrt leise wieder Klarheit ein,

verblasst der Drang, verlangt nichts mehr,

darf Anfang ohne Zepter sein.

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